Architektur von Herzog & de Meuron im Kunstverein München
Die vier Ausstellungsräume des Kunstvereins Münchens sind im ersten Geschoss des mehrfach umgestalteten ehemaligen Galeriegebäudes der bayerischen Kurfürsten und Könige eingerichtet. Die neoklassische Fassade des Gebäudes verläuft regelmässig, additiv, symmetrisch und ruhig. In der gleichen regelmässigen Art wie die Säulen in den Arkaden am Hofgraten stehen, reihen sich im oberen Geschoss Fenster an Fenster. Diese Fensteranordnung lässt keinerlei innere Raumteilung erkennen – mit Bestimmtheit aber keine ungleiche oder hierarchisierte. Durch diese hochliegenden Fenster, die auf beiden Längsseiten in gleichmässigen Abständen angeordnet sind, dringt das Tageslicht direkt in die Ausstellungsräume ein; es fehlen also die besonders bei älteren Galerien beliebten abgehängten Glasdecken, die jeweils einen neutralen, von der äusseren Architektur unabhängigen Raum schaffen. Hier verbindet die Glasscheibe des hochliegenden Fensters direkt mit dem Aussenraum und mit der neoklassischen Fassadenarchitektur. Die vier Ausstellungsräume bilden eine lineare Raumfolge.
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